Die Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Thüringen führt im Zuge der Umsetzung des Artenhifsprogrammes Thüringen Einzelprojekte durch.
Diese Projekte können an sich rein dem Artenschutz oder der Öffentlichkeitsarbeit verschreiben sein. Nicht selten beinhalten sie mehrere Themenbereiche.
Projekt: Thüringen ist Hufiland
Im Rahmen eines durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt geförderten Projektes zur Förderung der europäischen Zusammenarbeit im Fledermausschutz entwickelte sich der Themenbereich "Thüringen ist Hufiland". Thüringen trägt eine besondere Verantwortung für den Schutz der Kleinen Hufeisennase, denn in Thüringen gibt es die deutschlandweit letzte großen Vorkommen dieser seltenen Fledermausart. Mit Hilfe des Projektes "Thüringen ist Hufiland konnten zahlreiche wichtige Quartiere der Kleinen Hufeisennase gesichert oder ersetzt werden www.hufiland.de
Projekt: Aktion Fledermausfreundlich
Bei diesem Projekt handelt es sich um ebenfalls um eine gelungene und inzwischen mehrfach im In- und Ausland nachgeahmte Kombination aus Artenschutz und Öffentlichkeits-information. (interner Link zu "Fledermausfreundlich")
Projekt: Managementplanung für FFH-Objekte
Für die von Thüringen als FFH-Objekte gemeldeten Gebäude, Höhlen und Stollen die als Fledermausquartiere dienen, wurden und werden durch die Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Thüringen eigenständige Managementpläne erstellt und Fachbeiträge für die Berücksichtigung der Fledermausbelange in den Managementplänen der FFH-Gebiete erarbeitet.
Projekt: Erster öffentlicher Fledermausdetektor Deutschlands
Fledermäuse sind eine gefährdete Tiergruppe und wir (und andere) sind angetreten, viele Menschen davon zu überzeugen, dass die Tiere eigentlich zu unserem Leben und in unsere Dachböden gehören. Da trifft es sich gut, dass Fledermäuse im Sommer in der Stadt zwar nicht unter, aber manchmal tatsächlich über uns sind, nämlich dann, wenn sie fliegenderweise an schönen Stellen nachts nach Insekten jagen. Dabei rufen sie zur Echoorientierung so laut, dass, wenn ihre Rufe für uns Menschen hörbar wären, es schwerlich möglich wäre, Sympathie für diese Tiere zu empfinden. Da sie jedoch im Ultraschallbereich jenseits der Hörgrenze schreien, ist es für uns Menschen eine neue Erfahrung, wenn wir diese Rufe, - per Mikrophon und mit technischen Mitteln hörbar gemacht -,vernehmen und dieses Pfeifen, Knattern, die Blibs und auch die Blobs uns daran erinnern dass es zwischen Himmel und Erde mehr gibt, als wir zu sehen, zu hören oder gar zu begreifen, in der Lage sind. Wir machen diese Erfahrung seit 2008 mit dem ersten öffentlichen Fledermausdetektor in Erfurt neben der Krämerbrücke für jeden erfahrbar. Auf Knopfdruck erschließt sich dem Erfurter und dem Erfurt-Besucher abends und nachts, wenn er Glück hat und gerade Fledermäuse herumfliegen, eine neue Hördimension und tagsüber kann er, - vom digitalen Speichermedium wiedergegeben -, zumindest einen Eindruck gewinnen, was er abends hier erleben könnte. Die großen Hinweisschilder, die Farbgebung und die Beschriftung spielen dabei mit der Anmutung eines Parkautomaten und sorgen so dafür, dass das Gerät (und hoffentlich auch seine "message") dem Besucher in Erinnerung bleiben.

