Wenn in der Dämmerung ein Schatten durch die Luft fliegt, dann sind es oft Fledermäuse die ihr Quartier verlassen und auf Nahrungssuche sind. Oft wird gedacht, dass Fledermäuse zur Gattung der Vögel gehören, aber nein Fledermäuse sind keine Vögel, sondern Säugetiere. Sie sind die einzigen Säuger die im Laufe ihrer Stammesgeschichte die Fähigkeit zum aktiven Flug entwickelt haben.
Man unterscheidet baumbewohnende Arten, spaltenbewohnende Arten und freihängende Arten. Je nach Art und Jahreszeit werden unterschiedliche Arten von Quartieren besiedelt. Baumbewohnende Arten besiedeln hohle Bäume oder alte Spechthöhlen, die anderen Arten besiedeln beispielsweise die Dachböden von Gebäuden, Fensterläden an Gebäuden, Mauerspalten oder Wand - und Dachverkleidungen.
Im Frühjahr schließen sich die Weibchen zu sogenannten Wochenstuben zusammen. Sie beziehen Ihre Sommerquartiere und ziehen ihren Nachwuchs gemeinsam im Quartier auf. Die meisten Fledermausarten bringen jährlich nur ein Junges zur Welt, wenige auch Zwillinge. In der Wochenstubenzeit sind die Männchen als Einzelgänger unterwegs und leben von den Weibchen getrennt.
www.srf-online.de/wissenswertes/Den_Fledermaeusen_auf_der_Spur-1317.html
Unsere heimischen Fledermäuse ernähren sich ausschließlich von Insekten. Die kleine Zwergfledermaus jagt kleine Mücken, Schnaken und Nachtfalter; der kräftige Abendsegler erbeutet schon mal einen dicken Maikäfer. Einige Arten sammeln die Insekten auch von Blättern ab; das Große Mausohr jagt sozusagen „zu Fuss“ die Käfer auf dem Waldboden.
Um die Insektenbeute oder Hindernisse ausfindig zu machen, nutzen sie ihr Ultraschall-Ortungssystem. Sie stoßen für den Menschen nicht hörbare Schreie aus und können das von einem Insekt oder Hindernis zurück geworfene Echo hören. Das "Hörbild", welches die Fledermäuse auf diese Art von ihrer Umgebung erhalten, können wir Menschen uns gar nicht richtig vorstellen. Wir wissen aber, dass der größte Teil der Umwelt für Fledermäuse "im Nebel" liegen muss, denn der Ultraschall reicht nur wenige Meter. Fledermäuse müssen deshalb über ein ausgezeichnetes Ortsgedächtnis verfügen. Durch dieses Ortsgedächtnis finden sie immer wieder den Weg zu ihren Jagdgebieten und zwischen ihren manchmal sehr weit voneinander entfernten Sommer- und Winterquartieren. Hecken und Gebüsche als Leitlinien und auffällige Geländestrukturen helfen ihnen dabei.
Während der kalten Jahreszeit gibt es kaum Nahrung, zu wenige Insekten, als dass eine Fledermaus davon satt werden könnte. Deshalb halten Fledermäuse in unseren Breiten Winterschlaf. Dazu begeben sie sich in ihre so genannten Winterquartiere. Dies können je nach Fledermausart Keller, Höhlen, Baumspalten oder Stollen und Schächte sein. Die Winterquartiergebiete einzelner Arten können sich zum Teil sehr weit von den Sommerlebensräumen entfernt befinden.
Fledermäuse haben Feinde, z.B. Eulen, Marder und auch Hauskatzen. Die größte Gefahr allerdings geht aber von uns Menschen aus. Wir verschließen Höhlen und Stollen und lassen unsere alten Lagerkeller verfallen. Wir renovieren und sanieren unsere Häuser in einer Art und Weise, die den Fledermäusen anschließend keinen Quartierraum mehr lässt. Wir vergiften sie durch den Gebrauch von Holzschutz- und Insektenvertilgungsmitteln. Am meisten aber trifft unsere Fledermäuse die massive großflächige Umgestaltung der natürlichen Landschaft. In großem Umfang gehen für die Tiere insektenreiche Jagdgebiete sowie Hecken, Gebüsche, Bachauen und Gehölzstreifen als Leitlinien zu ihren Jagdgebieten und Winterquartieren verloren, ihr möglicher Lebensraum verkleinert sich immer mehr, mit allen negativen Folgen, die diese Entwicklung für die Populationen mit sich bringt.