September 2010: "Wer ruft denn da?"- IFT- Workshop

Über 20 Fledermausfreunde beteiligten sich am diesjährigen IFT-Workshop in Neidenberga an der Hohenwarte Talsperre vom 10. bis 12.09.2010 unter dem Thema "Bestimmung von Fledermäusen und Rufanalyse".

Anhand von Fledermauspräparaten, die u. a. freundlicherweise vom Museum der Heidecksburg in Rudolstadt für den Workshop zur Verfügung gestellt wurden, konnten sich die Teilnehmer unter fachkundiger Anleitung von Michael Franz mit den Bestimmungsmerkmalen der in Thüringen lebenden Fledermausarten vertraut machen. Bei einem kleinen Quiz am Ende wurden die besten Fledermauskenner gekürt. Nicht minder spannend war die Einführung der Biologen Elena Höhne und Frank Walther in die teilweise komplizierte Analyse von Fledermausrufen. Am Beispiel zuvor aufgezeichneter Fledermausrufe konnten den Teilnehmern Möglichkeiten und Grenzen der Bestimmbarkeit von Fledermäusen anhand ihrer Ultraschallrufe erläutert werden. An beiden Abenden des Workshops hieß es ganz traditionell: "Abfahrt in die Untersuchungsgebiete!". An ehemaligen Bergwerkstollen im Thüringer Schiefergebirge wurde das Artenspektrum mit Hilfe von Netzfängen erfasst. 8 verschiedene Fledermausarten konnten dabei beobachtet werden. Somit war die Vertiefung der am Tage erlernten Bestimmungsmerkmale auch praktisch im Feld möglich.

Der NABU-Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt plant im Rahmen eines Naturschutzprojektes die Sicherung dieser Bergwerksstollen und der umgebenden Lebensräume. Zur große Begeisterung aller Teilnehmer konnte am Tagungsort, in der Jugendherberge Niedenburg, gemeinsam mit Herbergsvater Mike Löwe ein bis dahin unbekanntes Quartier der Kleinen Hufeisennase in einem Keller entdeckt werden.

(Michael Franz)

2010: Fledermaussschutz geht stiften

Die deutschlandweit erste STIFTUNG FLEDERMAUS stellt sich der Öffentlichkeit vorEine der zehn neuen Stiftungen, die im Jahr 2009 in Thüringen gegründet wurden, stellte sich gestern in der Anlage des ehemaligen Klosters Donndorf der Öffentlichkeit vor. Neben zahlreichen Vertretern des behördlichen und ehrenamtlichen Naturschutzes, anderer Stiftungen, Verbände und Medien ließen es sich auch der Thüringer Umweltminister Jürgen Reinholz und sein langjähriger Amtsvorgänger Dr. Volker Sklenar nicht nehmen, diesem mutigen Schritt der Interessengemeinschaft für Fledermausschutz und -forschung Thüringen IFT e.V. alles Gute und erfolgreiches Wachsen und Wirken zu wünschen.Wie bitte? In Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise gründet ein gemeinnütziger Verein eine Stiftung? Ja, tatsächlich! Ein nicht gerade häufig gewählter Weg...

"Staatliche Verpflichtungen und daraus resultierende Umsetzungen allein reichen für die immer komplexer werdenden Probleme des Naturschutzes nicht mehr aus. Über alle politischen Parteien hinweg besteht Konsens in der Auffassung, dass das bürgerschaftliche Engagement in der Bewältigung der anstehenden Aufgaben eine zunehmend stärkere Rolle spielen wird. Dem stellen wir uns - wir, als gemeinnütziger Verein betreten mit der Gründung der STIFTUNG FLEDERMAUS einen für uns ganz neuen Pfad.", so Martin Biedermann, der Vorstandsvorsitzende der IFT e.V.

Der Thüringer Umweltminister Jürgen Reinholz würdigte die bisherige gute und erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Thüringer Fledermausschützern aus IFT e.V. und Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Thüringen, und zum Zeichen der beabsichtigten Fortsetzung dieser fruchtbaren Kooperation übernahm er für dieses Jahr die Schirmherrschaft der, weit über die Grenzen Thüringens hinaus bekannten Aktion FLEDERMAUSFREUNDLICH.

Die STIFTUNG FLEDERMAUS wurde mit dem Mindestkapital für eine Stiftung bürgerlichen Rechts in Höhe von 25 Tausend Euro angelegt und hofft nun auf Zustiftungen. Adrian Johst, selbst seit Jahren als Geschäftsführer der Naturstiftung David tätig, kennt das mühsame Geschäft der Mitteleinwerbung. "Es ist nun mal so, dass das Geld weniger im Osten Deutschlands sitzt und ein zahlenmäßiger Vergleich der Stiftungsneugründungen zwischen alten und neuen Bundesländern zeigt, das sehr deutlich auf. Allein in Hamburg wurden im Jahr 2009 mehr als das dreifache an Stiftungen gegründet, als im ganzen Freistaat Thüringen. Gerade deshalb ist das Engagement, welches die Interessengemeinschaft für Fledermausschutz und -forschung Thüringen e.V. mit der Gründung der STIFTUNG FLEDERMAUS zeigt, gar nicht hoch genug einzuschätzen."

Zusammen mit dem Preisgeld des Thüringer Naturschutzpreises 2008, den die IFT für ihre Erfolge bei der Rettung der Meininger Mausohrwochenstube errang, ermöglichten die Vereinsmitglieder durch ihren weitgehenden Verzicht auf Aufwandsentschädigungen für ihre ehrenamtlichen Einsätze das Erreichen des Mindestbetrages für die Errichtung einer Stiftung.

"Der Schutz und Erhalt der Fledermäuse sichert eine Umweltqualität, die in letzter Konsequenz auch uns zugute kommt,", so Wolfgang Sauerbier, Vorsitzender des Stiftungs-Kuratoriums, jahrzehntelanger amtlicher Umweltschützer und "bekannteste Fledermaus" des Kyffhäuserkreises: "bei einigen Arten dieser vom Aussterben bedrohten Tiergruppe gelang es in den letzten Jahren durch vielfältige Schutzbemühungen den Bestandsrückgang aufzuhalten. Von der "guten alten Zeit" sind wir dennoch noch weit entfernt. Ich bitte Sie deshalb, das Wirken der STIFTUNG FLEDERMAUS tatkräftig zu unterstützen. Ihre Spende, Ihre Zustiftung oder Ihre Mitarbeit an einem unserer Projekte sind uns ebenso wichtig, wie Ihr Lob, Ihre Idee und Ihre Möglichkeiten, für uns Türen zu öffnen"

Die STIFTUNG FLEDERMAUS hat sich den Schutz aller Fledermausarten auf die Fahnen geschrieben. Sie lädt alle am Schutz der Fledermäuse Interessierten ein, Ideen, Mittel und Möglichkeiten beizusteuern, um gemeinsam die Stiftung mit Leben zu erfüllen.

Weitere Informationen und Tätigkeiten zur STIFTUNG FLEDERMAUS finden Sie unter www.stiftung-fledermaus.de

(Karin Jäger)

Fledermausschutz geht stiften

Umweltminister Jürgen Reinholz
Martin Biedermann
Wolfgang Sauerbier